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Andreas Schmitten
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"Kunst sollte unsere Zeit fassen - eine Herausforderung, die mich antreibt."- Andreas SchmittenAndreas Schmitten (*1980 in Mönchengladbach) zählt zu den eigenständigen Positionen der jüngeren deutschen Bildhauerei. Nach einem Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studierte er ab 2006 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Hubert Kiecol und Georg Herold und schloss sein Studium 2012 als Meisterschüler von Herold ab. Prägend für seine künstlerische Entwicklung ist die Verbindung von intellektueller Reflexion und ausgeprägtem handwerklichem Arbeiten. Schmitten lebt und arbeitet in Düsseldorf und Neuss.Sein Werk bewegt sich zwischen Skulptur, Zeichnung und raumgreifender Installation. Ausgangspunkt sind häufig Modelle und Miniaturwelten, die zwischen privatem Rückzugsort, Bühne und gesellschaftlicher Inszenierung oszillieren. Schmitten verbindet Materialien wie Holz, Metall, Glas, Stoff und Lack mit einer bewusst artifiziellen Oberfläche und lässt dabei oft offen, ob das Gesehene Gebrauchsobjekt, Architektur, Körper oder Kulisse ist. Hinter der scheinbaren Einfachheit seiner Formen stehen Fragen nach Wahrnehmung, Geschichte, kulturellen Strukturen und menschlicher Existenz. Die Arbeiten wirken zugleich vertraut und fremd – wie Modelle einer Welt, deren Regeln man zu kennen glaubt, die sich bei genauerer Betrachtung jedoch als Konstruktion erweist.Besonders eindrücklich verdichtet sich diese Haltung in der Skulptur Immaterielles (2022). Ein überlebensgroßer, weiß gefasster Kopf wird von drei ausgreifenden Armen getragen; Hände legen sich schützend an das Gesicht. Die menschliche Figur erscheint dabei nicht als individuelles Porträt, sondern als archetypische Form von Schutz, Nähe und Verletzlichkeit. 2024 wurde eine über fünf Meter hohe Ausführung von Immaterielles am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens aufgestellt – mitten in einem hochfrequentierten öffentlichen Raum und damit in bewusstem Kontrast zur kontemplativen Ruhe der Skulptur. Schmittens Arbeiten machen auf diese Weise sichtbar, was sich eigentlich nicht unmittelbar darstellen lässt: Gefühle, Beziehungen, Erinnerung und die kulturellen Vorstellungen, die sich in unseren Formen und Räumen ablagern.Zitat nach: Imi Knoebel: Imi gegen groben Schmutz - Kunstverein Braunschweig (Abrufdatum: 11.09.2026)