Winkel - Tatjana Valsang Tatjana Valsang, Mick Vincenz, Essen

Winkel

Ausstellungen:

11.06.2021 – 22.08.2021
Einblicke – Kunst aus der National-Bank
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

17.09.2021 – 27.11.2021
Arte de la colección del National-Bank
CCA Andratx, Art Contemporani, Andratx de Mallorca, Spanien

16.04.2023 – 11.06.2023
Tatjana Valsang. Riverbanks
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz

Literatur:

– Seite 229 –
Ausst. Kat.: Einblicke – Kunst aus der National-Bank
Hrsg. Walter Smerling
Wienand Verlag, Köln
2021
ISBN 978-3-86832-641-3

– Seite 151 –
Ausst. Kat.: Tatjana Valsang. Riverbanks
Hrsg. Beate Reifenscheid
Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln
2023
ISBN 978-3-7533-0442-9

„Ich sehe meine Bilder als Naturerscheinungen.“
– Tatjana Valsang

Tatjana Valsang (*1963 in St. Tönis) studierte von 1983 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf – zunächst bei Klaus Rinke, später bei Dieter Krieg, dessen Meisterschülerin sie von 1990 bis 1993 war. Damit begegneten ihr an der Akademie zwei sehr unterschiedliche künstlerische Haltungen: Rinkes erweiterter, von Raum, Zeit und Wahrnehmung bestimmter Kunstbegriff und Kriegs ebenso körperliche wie kompromisslose Auffassung von Malerei. Valsang entwickelte daraus eine ausgesprochen eigenständige Position. Bemerkenswert ist dabei auch ihr Weg nach der Akademie: Über viele Jahre arbeitete sie weitgehend abseits der Öffentlichkeit und konzentrierte sich auf die Entwicklung ihrer malerischen Sprache. Erst 2011 entschied sie sich, ihre Arbeiten öffentlich zu zeigen.

Im Zentrum ihrer Malerei steht die Farbe – nicht nur als Farbton, sondern als Material und Ereignis. In zahlreichen Schichten trägt Valsang Acrylfarbe auf die Leinwand auf, lässt transparente und deckende Partien aufeinandertreffen, entfernt Farbe und setzt neue Schichten darüber. Dabei verbindet sie kontrollierte malerische Entscheidungen mit organischen und physikalischen Prozessen, die sich nicht vollständig vorherbestimmen lassen. Biomorphe Formen scheinen sich auszubreiten, zu verdichten oder wieder aufzulösen; Linien und Farbfelder entwickeln eine beinahe vegetative Energie. Ihre Bilder bilden Natur deshalb nicht im klassischen Sinne ab. Vielmehr scheint sich in ihnen etwas zu ereignen, das selbst an Wachstum, Strömung oder Veränderung erinnert. Valsangs eigener Begriff der „Naturerscheinung“ trifft diese eigentümliche Balance zwischen Steuerung und Eigenleben der Farbe besonders genau.

Valsang lebt und arbeitet in Wuppertal. Gerade die lange Phase des konzentrierten Arbeitens außerhalb des öffentlichen Kunstbetriebs verleiht ihrer Biografie eine ungewöhnliche Konsequenz: Auf die Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie folgte nicht der schnelle Schritt in Ausstellungen und Galerien, sondern eine jahrzehntelange Vertiefung der eigenen Malerei. Heute steht ihr Werk für eine Position, in der Farbe, Form und Bildraum nicht voneinander zu trennen sind – und die Farbe selbst zum Träger von Bewegung und Wahrnehmung wird.


Zitat nach: https://ludwigmuseum.org/ausstellungen/tatjana-valsang-ueber-die-stille-hinaus-arbeitstitel/ (Abrufdatum: 31.08.2026)

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