Uranos (Bozzetto IV) - Markus Lüpertz VG Bild-Kunst, Bonn, 2025, Dejan Saríc

Uranos (Bozzetto IV)

Ausstellungen:

22.09.2015 – 25.10.2015
Markus Lüpertz. Uranos
Museum Folkwang, Essen

11.06.2021 – 22.08.2021
Einblicke – Kunst aus der National-Bank
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

17.09.2021 – 27.11.2021
Arte de la colección del National-Bank
CCA Andratx, Art Contemporani, Andratx de Mallorca, Spanien

Literatur:

– Seite 82 und Seite 101-105 –
Ausst. Kat.: Markus Lüpertz. Uranos
Hrsg. Thomas A. Lange
Wienand Verlag, Köln
2018
ISBN 978-3-86832-321-6

– Seite 171 –
Ausst. Kat.: Einblicke – Kunst aus der National-Bank
Hrsg. Walter Smerling
Wienand Verlag, Köln
2021
ISBN 978-3-86832-641-3

„Die Motivation für meine Arbeit ist gottgegeben. Der liebe Gott hat die Maler beauftragt, den Menschen die Schöpfung zu erklären. Und das mache ich. Solange ich mich an mich selbst erinnern kann, wollte ich schon Maler werden. Eben weil es gottgegeben ist. Erreichen möchte ich das Unerreichbare.“
– Markus Lüpertz

Markus Lüpertz (*1941 in Liberec, Böhmen) gehört zu den prägenden deutschen Malern der Nachkriegszeit und zu jener Generation, die die Malerei in den 1960er- und 1970er-Jahren bewusst gegen die Vorherrschaft der Abstraktion behauptete. Nach einer Ausbildung an der Werkkunstschule Krefeld studierte er 1960/61 kurzzeitig an der Kunstakademie Düsseldorf, wurde dort jedoch bereits nach einem Semester wieder von der Hochschule verwiesen. Die Düsseldorfer Akademie blieb dennoch ein wichtiger Bezugspunkt seiner Biografie: 1976 erhielt er eine Professur in Karlsruhe, bevor er 1986 nach Düsseldorf zurückkehrte – nun als Professor für Malerei. Zwei Jahre später übernahm er das Rektorat, das er bis 2009 innehatte. In dieser langen Amtszeit prägte Lüpertz die Akademie nicht nur institutionell, sondern auch personell und verteidigte mit Nachdruck das Prinzip der eigenständigen Künstlerklassen.

Lüpertz’ Malerei lebt von einem eigentümlichen Widerspruch: Sie ist gegenständlich und zugleich demonstrativ künstlich. In seinen frühen „dithyrambischen“ Bildern entwickelte er ab 1962 eine Bildsprache aus fragmentierten Landschaften, Häusern, Ähren, Helmen und militärischen Motiven, die Gegenstände nicht beschreibt, sondern in malerische Zeichen verwandelt. Später treten mythologische Figuren, Hirten, Krieger und historische Bildmotive hinzu. Dabei interessiert ihn weniger die Aktualität eines Motivs als dessen kulturelles Gedächtnis. Vergangenheit wird für Lüpertz zu einem Vokabular, aus dem sich neue Bilder formulieren lassen. Seine Malerei verbindet deshalb Monumentalität mit Ironie, Pathos mit bewusster Künstlichkeit – und nimmt sich zugleich die Freiheit, zwischen Hochkultur, Alltagsbild und kunsthistorischem Zitat zu wechseln.

Neben der Malerei umfasst Lüpertz’ Werk Skulpturen, Zeichnungen, Lyrik, Bühnenbilder und Glasfenster. 1970 erhielt er den Villa-Romana-Preis und verbrachte ein Jahr in Florenz; später realisierte er unter anderem Glasfenster für die Kathedrale von Nevers und zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum. Seine lange Düsseldorfer Amtszeit machte ihn schließlich selbst zu einer prägenden Figur der Akademiegeschichte: Lüpertz berief Künstler wie A.R. Penck, Jannis Kounellis, Rosemarie Trockel, Jörg Immendorff, Jeff Wall und Albert Oehlen an die Akademie und formte damit eine Generationen übergreifende, international ausgerichtete Kunsthochschule. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Märkisch Wilmersdorf.

Zitat aus: Ausst. Kat.: reflections. Positionen aus der National-Bank Sammlung, Hrsg. Beate Reifenscheid, Wienand Verlag, Köln, 2024, S. 145

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