o.T. - Abraham David Christian Abraham David Christian, Mick Vincenz

o.T.

Ausstellungen:

11.06.2021 – 22.08.2021
Einblicke – Kunst aus der National-Bank
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

17.09.2021 – 27.11.2021
Arte de la colección del National-Bank
CCA Andratx, Art Contemporani, Andratx de Mallorca, Spanien

Literatur:

– Seite 81 –
Ausst. Kat.: Einblicke – Kunst aus der National-Bank
Hrsg. Walter Smerling
Wienand Verlag, Köln
2021
ISBN 978-3-86832-641-3

„Ich würde es gerne haben, wenn man das Äußere meiner Skulpturen vergisst, davon absieht – um vorzudringen zu dem Kern, der nicht sichtbar ist.“
– Abraham David Christian

Abraham David Christian (*1952 in Düsseldorf) trat bereits als junger Künstler mit einer ungewöhnlichen Konsequenz hervor. 1972, im Alter von nur 19 Jahren, nahm er an der documenta 5 teil und geriet dort in einen legendären öffentlichen Dialog mit Joseph Beuys, der schließlich in einem Boxkampf über Fragen der direkten Demokratie mündete. Die Begegnung führte Christian an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er im Umfeld von Beuys arbeitete. Anders als viele Künstler, die aus der Beuys-Klasse hervorgingen, entwickelte er jedoch früh eine sehr eigene, zurückgenommene Position. Von 1976 bis 1978 war Christian selbst als Lehrbeauftragter an der Düsseldorfer Akademie tätig. Seine Verbindung zur Akademie ist damit zugleich die eines Schülers und eines frühen Lehrers.

Im Zentrum von Christians Werk steht der Mensch in seiner elementaren Existenz. Seine Skulpturen und Zeichnungen verzichten auf erzählerische Details und konzentrieren sich auf wenige, grundsätzliche Formen. Aus Erde, Gips, Papier, Eisen und Bronze entstehen Körper, die zwischen Figur und Zeichen, Stabilität und Fragilität vermitteln. Besonders die frühen Erdskulpturen wirken weniger wie gestaltete Objekte als wie verdichtete Spuren eines körperlichen und geistigen Prozesses. Später entwickelte Christian komplexe Papier- und Bronzeskulpturen, deren scheinbare Einfachheit eine erstaunliche formale Spannung verbirgt. Seine Formen lassen sich dabei kaum eindeutig kulturell verorten: Sie erinnern zugleich an archaische Figuren, Gefäße, Körper und architektonische Strukturen. Christians intensive Reisen durch Europa, Asien, Afrika und Amerika fließen in diese universelle Formensprache ein, ohne dass seine Arbeiten zu bloßen Zitaten fremder Kulturen werden.

Christian ist zugleich ein Künstler, der sich der Öffentlichkeit bewusst entzieht. Seine Biografie tritt hinter das Werk zurück; Interviews sind selten, und über lange Phasen zog er sich aus dem etablierten Kunstbetrieb zurück. 1978 erhielt er den Villa-Romana-Preis, 1982/83 war er mit der Werkgruppe „Der heilige Mensch“ in mehreren bedeutenden Institutionen vertreten. Seine Arbeiten befinden sich heute in zahlreichen internationalen Sammlungen, darunter dem Museum Ludwig in Köln, dem Städel Museum in Frankfurt, dem Centre Pompidou in Paris und dem Museum of Modern Art in New York. Christian lebt und arbeitet zwischen verschiedenen kulturellen Räumen – unter anderem in Düsseldorf, New York und Japan. Gerade diese Distanz zu einem eindeutigen künstlerischen Standort gehört zu seiner Arbeit: Seine Skulpturen wollen weniger eine bestimmte Welt erklären, als auf etwas verweisen, das jenseits der sichtbaren Form liegt.

Zitat aus: https://www.artatberlin.com/ausstellung-abraham-david-christian-galerie-michael-haas-zeitgenoessische-kunst-in-berlin-contemporary-art-ausstellungen-berlin-galerien-art-at-berlin/ (Abrufdatum: 09.09.2026)

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