o.T. - Katharina Grosse VG Bild-Kunst, Bonn, 2025, Mick Vincenz, Essen

o.T.

Ausstellungen:

11.06.2021 – 22.08.2021
Einblicke – Kunst aus der National-Bank
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

17.09.2021 – 27.11.2021
Arte de la colección del National-Bank
CCA Andratx, Art Contemporani, Andratx de Mallorca, Spanien

30.06.2024 – 08.09.2024
reflections.
Positionen aus der National-Bank Sammlung
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz

Literatur:

– Seite 133 –
Ausst. Kat.: Einblicke – Kunst aus der National-Bank
Hrsg. Walter Smerling
Wienand Verlag, Köln
2021
ISBN 978-3-86832-641-3

– Seite 93 –
Ausst. Kat.: reflections.
Positionen aus der National-Bank Sammlung
Hrg. Beate Reifenscheid
Wienand Verlag, Köln
2024
ISBN 978-3-86832-800-4

„Ich frage mich immer: Wie kann ein gemaltes Bild in unserer Welt, in unserem gesellschaftlichn Gefüge erscheinen?“
– Katharina Grosse

Katharina Grosse (*1961 in Freiburg im Breisgau) studierte von 1982 bis 1986 an der Kunstakademie Münster und anschließend bis 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort lernte sie unter anderem bei Norbert Tadeusz und Gotthard Graubner, dessen Meisterschülerin sie wurde. Gerade Graubners Verständnis von Farbe als eigenständiger Kraft wurde für ihre weitere Entwicklung wichtig: Grosse löste die Farbe zunehmend von der klassischen Bildfläche und machte sie selbst zum räumlichen Ereignis. Nach einer Professur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee kehrte sie 2010 als Professorin für Malerei an die Düsseldorfer Akademie zurück und lehrte dort bis 2018. Damit führt sich bei ihr eine bemerkenswerte Düsseldorfer Lehrerlinie fort – von Graubners konzentrierter Farbforschung zu einer Malerei, die den gesamten Raum ergreift.

Im Zentrum von Grosses Arbeit steht die Farbe in Bewegung. Seit den 1990er Jahren verwendet sie zunehmend die Spritzpistole und lässt Farbe über Leinwände, Wände, Böden und architektonische Strukturen hinwegwandern. Was zunächst wie ein abstraktes Bild erscheint, kann sich über seine Begrenzungen hinweg ausdehnen und den gesamten Raum verändern. Gegenstände, Möbel, Steine, Stoffe oder Schutt werden Teil des Bildes, während Innen- und Außenraum ihre klare Trennung verlieren. Dabei interessiert Grosse nicht die dekorative Wirkung von Farbe, sondern ihre unmittelbare körperliche Präsenz: Farbe kann drängen, überlagern, schweben, stören und den Blick in Bewegung setzen. „Die Farbe ist mein Zentrum“, sagt sie selbst – ein Satz, der die Konsequenz ihrer Arbeit vielleicht besser beschreibt als jede kunsthistorische Einordnung.

Grosse gehört heute zu den international bekanntesten Vertreterinnen einer Malerei, die ihre traditionellen Grenzen weit hinter sich gelassen hat. Für ihre Arbeit erhielt sie unter anderem 1992 den Villa-Romana-Preis, 1993 das Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium, 2003 den Fred-Thieler-Preis und 2014 den Oskar-Schlemmer-Preis. Ihre raumgreifenden Arbeiten waren international in Museen und Ausstellungen zu sehen; 2024 und 2025 präsentierte sie unter anderem große Einzelausstellungen im Kunstmuseum Bonn, im Centre Pompidou-Metz, in den Deichtorhallen Hamburg und auf der Art Basel. Grosse lebt und arbeitet in Berlin und führt ihre Malerei bis heute als offenes Experiment zwischen Bild, Raum und Farbe fort.

Zitat aus: Ausst. Kat.: reflections. Positionen aus der National-Bank Sammlung, Hrsg. Beate Reifenscheid, Wienand Verlag, Köln, 2024, S. 92

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