Große Früchteskulptur - Johannes Brus VG Bild-Kunst, Bonn, 2025, Mick Vincenz

Große Früchteskulptur

Johannes Brus (*1942 in Gelsenkirchen) studierte von 1964 bis 1971 Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Bobek und wurde dessen Meisterschüler. Zugleich erlebte er die radikale Umbruchphase der Akademie, die durch Joseph Beuys und eine jüngere Generation von Künstlern geprägt wurde. Gerade dieses Nebeneinander unterschiedlicher Kunstbegriffe wurde für Brus wichtig: Er blieb der Figur und dem Gegenstand verbunden, entwickelte daraus aber eine ausgesprochen eigenwillige Form der Skulptur und Fotografie.

Brus arbeitet gerne dort, wo Ernst und Absurdität aufeinandertreffen. Alltagsgegenstände, Tiere, Körper und historische Formen werden aus ihrem vertrauten Zusammenhang gelöst und mit hintergründigem Humor neu zusammengesetzt. Seine Fotografien können gewöhnliche Dinge plötzlich geheimnisvoll erscheinen lassen; seine Skulpturen greifen etwa Brancusi auf, nur um dessen idealisierte Formen in die unvollkommene Welt von Gurken, Flaschen oder Tellern zurückzuführen. Die Kunstgeschichte ist bei Brus kein Heiligtum, sondern Material für neue, manchmal überraschend komische Bilder.

Von 1976 bis 1979 lehrte Brus selbst an der Düsseldorfer Akademie, später war er von 1986 bis 2007 Professor in Braunschweig. Er lebt und arbeitet in Essen.

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