Gezeiten I - Bernd Koberling VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Dejan Sarić, Düsseldorf

Gezeiten I

Ausstellungen:

17.11.2017 – 28.01.2018
Bernd Koberling Werke 1963-2017
MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

Literatur:

– Seite 183 – (Abb. auf dem Kopf abgebildet)
Ausst-Kat.: Bernd Koberling Werke 1963-2017
Hrsg. Walter Smerling,
Christian Malycha
Wienand Verlag, Köln 2017
ISBN 978-3-86832-402-0

„Eigentlich war das für mich plötzlich da, dass ich Künstler werden wollte.“
– Bernd Koberling

Bernd Koberling (*1938 in Berlin) studierte von 1958 bis 1960 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Seine Verbindung zur Kunstakademie Düsseldorf entstand später: 1978/79 war er Gastprofessor an der Akademie. Er gehört damit nicht zur Düsseldorfer Schülertradition, wohl aber zu jener Reihe von Künstlern, die als Lehrer Impulse in die Akademie hinein- und wieder hinausgetragen haben.

Koberlings Malerei kreist um Landschaft und Natur, aber nie um Landschaft als bloßes Motiv. Besonders seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Island führte ihn zu einer Malerei der elementaren Kräfte. Wasser, Schnee, Eis, Vegetation und Licht werden nicht einfach dargestellt, sondern als Prozesse erfahrbar. Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion entsteht eine Malerei, die weniger beschreibt als spürbar macht, dass Landschaft immer auch Bewegung, Veränderung und Zeit bedeutet.

Koberling lebt in Berlin und auf Island und ist seit 2012 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Seine Düsseldorfer Gastprofessur bildet eine wichtige Station innerhalb einer langen Lehr- und Ausstellungsgeschichte.

„Meine Arbeit ist für mich eine Form der Kommunikation. Sie ermöglicht es mir, Dinge zu sagen, die ich mit Worten nicht beschreiben kann. Marlene A. Schenk hat in einem Text kürzlich sehr schön gesagt, dass meine Arbeit von der Unwiederholbarkeit ausgewählter Momente erzählt.
Künstler zu werden, war keine bewusste Entscheidung, eher ein fließender Übergang oder eine Entwicklung. Das Nachdenken über Ideen und die passende Umsetzung haben mich eigentlich schon immer interessiert.
Der Weg ist das nächste Wild, die nächste Ausstellung als Etappenziel ins Ungewisse.“

– Chris Succo

Chris Succo (*1979) studierte von 2003 bis 2009 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold. Anschließend führte ihn sein Weg an das Royal College of Art nach London. Die Verbindung von Düsseldorf und London ist bis heute Teil seiner künstlerischen Biografie. Mit Herold hatte Succo einen Lehrer, dessen konzeptuell geprägter Umgang mit Material und Bildsprache einen wichtigen Hintergrund für seine eigene, ausgesprochen reduzierte Formensprache bildet.

Succos Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Zeichnung, Collage und Skulptur. Besonders seine meist schwarz-weißen Gemälde wirken auf den ersten Blick streng und zurückgenommen. Bei genauerem Hinsehen beginnen sich jedoch Linien, Farbschichten und gestische Spuren zu bewegen. Die sogenannten ZigZag Paintings erinnern an Schrift oder Kalligrafie und verweisen zugleich auf die Bedeutung von Musik und Poesie für seine Arbeit. Auch seine Skulpturen aus Stahl, Mesh oder Boxsportmaterialien folgen diesem Interesse an Rhythmus, Reduktion und körperlicher Präsenz.

Succo lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Kunst entsteht dabei aus einer eigentümlichen Balance: zwischen Strenge und Geste, Ordnung und Bewegung, materieller Präsenz und beinahe musikalischer Abstraktion.

Zitat aus: Ausst. Kat.: reflections. Positionen aus der National-Bank Sammlung, Hrsg. Beate Reifenscheid, Wienand Verlag, Köln, 2024, S. 135

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