Alexander Föllenz (*1986 in Koblenz) gehört zu einer jüngeren Generation der Düsseldorfer Kunstszene, in der sich die Grenzen zwischen Skulptur, digitaler Bildwelt und klassischer Kunstgeschichte zunehmend verschieben. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Lucy McKenzie und wurde Meisterschüler von Andreas Gursky. Damit steht Föllenz zugleich in einer Linie mit zwei sehr unterschiedlichen Formen des Bilddenkens: McKenzies konzeptuell und medial offener Praxis und Gurskys präziser Auseinandersetzung mit fotografischem Bild und digitaler Konstruktion.
Föllenz überträgt kunsthistorische Archetypen in eine Gegenwart, die von digitalen Bildern, technischen Körpern und virtuellen Welten geprägt ist. Seine Skulpturen erinnern an Heroen, Märtyrer oder gefesselte Körper, erscheinen jedoch zugleich wie hybride, beinahe kybernetische Wesen. Themen wie Macht und Ohnmacht, Eros und Thanatos, Gewalt, Identität und die Frage nach dem freien Willen werden so in körperlich prägnante Formen übersetzt. Das vermeintlich Vertraute kippt dabei immer wieder ins Fremde – und gerade darin liegt die eigentliche Spannung seiner Arbeiten.
Föllenz lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Position verbindet damit eine klassische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper mit den Bild- und Formwelten einer digitalen Gegenwart.