„Meine Arbeit inspiriert und überrascht mich Tag für Tag und leitet meinen Weg. Sie ist ein eigenes Universum. Da gibt es keine Zeit und keinen Raum. Ich habe immer gezeichnet und werde weiterhin zeichnen.“
– Susan Hefuna
Susan Hefuna (*1962 in Berlin) wuchs zwischen Deutschland, Ägypten und Österreich auf. Sie studierte Kunst in Deutschland und schloss 1992 ein postgraduales Studium am Institut für Neue Medien der Städelschule Frankfurt bei Peter Weibel ab. Eine direkte Schüler-Lehrer-Beziehung zur Kunstakademie Düsseldorf besteht nicht; Düsseldorf wurde für Hefuna vielmehr neben Kairo und New York zu einem wichtigen Lebens- und Arbeitsort. Gerade diese Bewegung zwischen kulturellen Räumen bildet einen Schlüssel zu ihrem Werk.
Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation, Video und Performance greifen in Hefunas Arbeit ineinander. Besonders ihre filigranen Strukturen erinnern an die Mashrabiya, die traditionellen Fenstergitter der arabischen Architektur. Sie erzeugen zugleich Durchblick und Grenze und werden so zu Bildern für Identität, kulturelle Zugehörigkeit und den Austausch von Blicken. Ihre Zeichnungen auf transparentem Papier wirken wie urbane Grundrisse, biologische Strukturen oder feinmaschige Gedankennetze. Hefuna selbst versteht Zeichnung als besonders unmittelbare Form des Ausdrucks: „In a drawing you cannot conceal anything.“
Hefunas Arbeiten wurden international in bedeutenden Institutionen gezeigt und befinden sich unter anderem in den Sammlungen des British Museum, des MoMA und des Louvre. 2013 erhielt sie den Daniel and Florence Guerlain Contemporary Drawing Prize. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf, Kairo und New York.