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Steven Shore
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"Ein gutes Foto ist das Nebenprodukt einer anderen Erkundung oder einer anderen Absicht."- Stephen ShoreStephen Shore (*1947 in New York) gehört zu den einflussreichsten Fotografen der amerikanischen Nachkriegszeit und gilt als einer der Wegbereiter der New Color Photography. Bereits als Jugendlicher begann er zu fotografieren und wurde mit nur 24 Jahren als erster lebender Fotograf mit einer Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York gewürdigt. Anfang der 1970er Jahre wandte er sich konsequent der Farbfotografie zu und begann, auf ausgedehnten Reisen durch die USA scheinbar beiläufige Situationen festzuhalten: Motels, Tankstellen, Straßenkreuzungen, Restaurants, Autos oder Mahlzeiten. Seine 1972 entstandene Serie American Surfaces machte aus dem gewöhnlichen Alltag ein fotografisches Thema und stellte zugleich die bis dahin vorherrschende Vorstellung infrage, künstlerisch anspruchsvolle Fotografie müsse schwarzweiß und formal besonders „edel“ sein. Shore war nie Schüler der Düsseldorfer Akademie; seine Bedeutung für deren fotografisches Umfeld liegt vielmehr darin, dass seine Arbeit – neben jener von William Eggleston und anderen amerikanischen Fotografen – den Weg für eine neue Selbstverständlichkeit der Farbe in der Kunstfotografie bereitete. 2010 erhielt er in Düsseldorf den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.Im Zentrum von Shores Werk steht das scheinbar Nebensächliche. Gerade dort, wo andere Fotografen keinen Grund zum Auslösen sehen würden, beginnt für ihn die eigentliche fotografische Untersuchung. Mit der Großformatkamera entwickelte er in den 1970er Jahren Bilder von erstaunlicher Detailfülle: Eine Straßenszene, ein Hotelzimmer oder ein Parkplatz wird zu einem komplexen Gefüge aus Licht, Farbe, Linien und kleinen Beobachtungen. Dabei interessiert ihn nicht die spektakuläre Komposition, sondern die Erfahrung des Sehens selbst. Farbe spielt eine entscheidende Rolle, weil sie für Shore nicht nur Gegenstände beschreibt, sondern auch die Qualität des Lichts und damit eine bestimmte Zeit und kulturelle Atmosphäre vermittelt. Seine Bilder wirken beiläufig und sind zugleich hochpräzise komponiert. Genau darin liegt ihre besondere Spannung: Das Gewöhnliche wird nicht verschönert, sondern so aufmerksam betrachtet, dass es plötzlich außergewöhnlich erscheint.Shores Werk hat sich seit den 1970er Jahren immer wieder grundlegend verändert. Auf die Farbfotografie von American Surfaces und Uncommon Places folgten in den 1990er Jahren intensive Schwarzweißarbeiten, später digitale Fotografie, Bücher und seit 2014 auch Arbeiten für Instagram. Der Wechsel des Mediums und der technischen Möglichkeiten gehört für Shore selbst zum künstlerischen Prinzip: Sobald eine fotografische Fragestellung gelöst ist, sucht er nach einer neuen. Damit hat er nicht nur die Farbfotografie nachhaltig geprägt, sondern auch eine Haltung etabliert, die für nachfolgende Generationen entscheidend wurde: Fotografie muss nicht das Außergewöhnliche suchen – sie kann ihre eigentliche Kraft darin entfalten, das Gewöhnliche mit maximaler Aufmerksamkeit zu betrachten. Shore lebt und arbeitet in New York.Zitat nach: Stephen Shore, Artist's Statement, veröffentlicht in Uncommon Places, Aperture, 1982; https://www.afterimagegallery.com/shore.htm (Abrufdatum: 11.09.2026)