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Rineke Dijkstra
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* 2. Juni 1959 in Sittard, Niederlande
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"What really interests me is the line between how people present themselves and what I see, and what I can capture."- Rineke DijkstraRineke Dijkstra (*1959 in Sittard, Niederlande) gehört zu den international bedeutendsten Porträtfotografinnen der Gegenwart. Nach ihrem Studium an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam arbeitete sie zunächst als kommerzielle Fotografin, bevor sie Anfang der 1990er Jahre ihre charakteristische Bildsprache entwickelte. Ausgangspunkt war ein Selbstporträt von 1991, das sie unmittelbar nach dem Schwimmen aufnahm: erschöpft, ungeschützt und ohne die Möglichkeit, sich für die Kamera zu inszenieren. Diese Erfahrung führte sie zu jener konzentrierten Form des Porträts, die ihr Werk bis heute prägt – eine einzelne Person, frontal der Kamera gegenüber, vor einem reduzierten Hintergrund und mit direktem Blick zum Betrachter.Im Zentrum von Dijkstras Werk stehen Menschen in Momenten des Übergangs. Besonders bekannt sind ihre Beach Portraits, für die sie Jugendliche an Stränden in Polen, Kroatien, der Ukraine, Belgien, England und den USA fotografierte. Die scheinbar einfache Situation – ein junger Mensch steht vor Meer und Himmel – wird bei Dijkstra zu einem konzentrierten Moment zwischen Kindheit und Erwachsensein. Unsicherheit, Selbstbewusstsein und der Versuch, sich vor der Kamera zu behaupten, liegen dabei unmittelbar nebeneinander. Ähnlich arbeitet sie in der Serie Almerisa, die über vierzehn Jahre hinweg die Entwicklung eines bosnischen Flüchtlingsmädchens zur jungen Frau und Mutter dokumentiert, oder in den Porträts von Frauen unmittelbar nach der Geburt und Matadoren kurz nach dem Kampf. Dijkstra sucht nicht den spektakulären Ausdruck, sondern den kurzen Moment, in dem die sorgfältige Selbstinszenierung einer Person Risse bekommt und etwas Unmittelbares sichtbar wird.Dijkstras Fotografien sind dabei bemerkenswert präzise und zugleich von großer menschlicher Nähe. Die große Kamera, die frontal gesetzte Perspektive und die langen Belichtungszeiten machen den Akt des Fotografiertwerdens selbst spürbar. Ihre Bilder zeigen deshalb nie nur die porträtierte Person, sondern immer auch die Beziehung zwischen Fotograf und Gegenüber. Seit den 1990er Jahren erweitert Dijkstra ihre fotografische Arbeit durch Videos, in denen sie dieselbe Aufmerksamkeit auf Bewegung, Körpersprache und Selbstwahrnehmung überträgt. Für ihr Werk erhielt sie unter anderem den Citibank Private Bank Photography Prize und 2017 den Hasselblad Award. Ihre Arbeiten befinden sich in den bedeutendsten internationalen Sammlungen. Dijkstra lebt und arbeitet in Amsterdam. Ihre Porträts zeigen Menschen nicht in einem festgelegten Zustand, sondern in dem eigentümlich offenen Augenblick, in dem sich etwas verändert – und noch nicht entschieden ist, wer man werden wird.Zitat nach: Rineke Dijkstra im Interview mit VAULT Magazine, anlässlich ihrer Videoarbeit I See a Woman Crying; ultmagazine.comhttps://va/issue_features/rineke_feature_ISS39.php (Abrufdatum: 11.09.2026)