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Isa Genzken
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* 27. November 1948 in Bad Oldesloe
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"Ich will mit meinen Skulpturen keinen Raum wegnehmen. Ich gebe Raum dazu."- Isa GenzkenIsa Genzken (*1948 in Bad Oldesloe) zählt zu den einflussreichsten deutschen Künstlerinnen und Bildhauerinnen ihrer Generation. Von 1973 bis 1977 studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gerhard Richter; parallel belegte sie Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität zu Köln. Bereits während ihres Studiums entwickelte sie geometrische, stereometrische Skulpturen aus Holz, die sie früh international bekannt machten. In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Genzken ihre Arbeit konsequent um Fotografie, Malerei, Zeichnung, Film, Collage und Installation. Sie nahm mehrfach an der documenta und an der Biennale von Venedig teil; 2013/14 widmete ihr das Museum of Modern Art in New York eine umfassende Retrospektive. Genzken lebt und arbeitet in Berlin.Ausgangspunkt ihres Werkes ist immer wieder die Auseinandersetzung mit Architektur und dem urbanen Raum. Während die frühen Skulpturen durch klare geometrische Körper, Maßverhältnisse und konstruktive Strenge geprägt sind, öffnet sich ihr Werk seit den 1990er Jahren zunehmend für gefundene Materialien, Alltagsgegenstände und Bilder. Genzken verbindet Plastik, Glas, Holz, Kunststoff, Stoff, Fotografien oder industriell gefertigte Elemente zu bewusst heterogenen Ensembles. Dabei gibt es keine Hierarchie zwischen wertvollen und scheinbar banalen Materialien: Entscheidend ist die Kombination und die neue Beziehung, die zwischen den Dingen entsteht. Ihre Arbeiten können wie Modelle von Städten, Häusern oder menschlichen Figuren erscheinen und zugleich deren gesellschaftliche und politische Realität reflektieren. Gerade diese Mischung aus Konstruktion und Zufall, Präzision und Improvisation macht ihre Skulpturen so unmittelbar und eigensinnig.Genzkens Werk entzieht sich dabei bewusst einer linearen Entwicklung. Sie erfindet ihre Bildsprache immer wieder neu und wechselt zwischen Abstraktion, Architektur, Popkultur und persönlicher Erinnerung. Arbeiten wie Weltempfänger, New Buildings for Berlin, Fuck the Bauhaus oder die späteren Figuren- und Assemblagegruppen zeigen, wie eng bei ihr gesellschaftliche Wirklichkeit, Medienbilder und individuelle Wahrnehmung miteinander verbunden sind. Zugleich bleibt die Skulptur immer auch ein Gegenüber: „Ich will die Betrachter animieren, ihnen einen Spiegel vorhalten“, beschreibt Genzken selbst einen zentralen Anspruch ihrer Arbeit. Ihre Kunst fordert damit keine eindeutige Interpretation, sondern eine aktive Reaktion. Aus Architektur wird soziale Bühne, aus Alltagsmaterial eine neue Wirklichkeit – und aus der Skulptur ein offenes Instrument, mit dem sich die Gegenwart betrachten lässt.Zitat nach: Isa Genzken, zitiert in Baumeister, April 2016; https://www.zinio.com/publications/baumeister/1556/issues/316358/articles (Abrufdatum: 14.09.2026)