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Hubert Kiecol
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* 26. Oktober 1950 in Bremen
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"Skulptur ist nicht etwas, das einer Situation, einem Raum oder einem Motiv hinzugefügt wird, sondern Skulptur ist eine Haltung."- Hubert KiecolHubert Kiecol (*1950 in Bremen-Blumenthal) zählt zu den bedeutenden deutschen Bildhauern seiner Generation und zu den prägenden Positionen der Düsseldorfer Skulptur. Nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer studierte er ab 1971 an der Werkkunstschule Hamburg und anschließend an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Hans Thiemann, Kai Sudeck, Gotthard Graubner, Sigmar Polke und Ulrich Rückriem. Bereits während dieser Zeit entwickelte er die für sein Werk charakteristischen reduzierten Hausformen. 1984 erhielt Kiecol ein Mies-van-der-Rohe-Stipendium, 1985 das Annemarie- und Will-Grohmann-Stipendium und 1991 den Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin. 1993 wurde er als Professor für „Integration Bildende Kunst und Architektur“ an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. 2000 erhielt er den Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig in Köln. Kiecol lebt und arbeitet in Köln.Im Zentrum seines Werkes steht die Reduktion architektonischer Formen auf ihre elementare Gestalt. Häuser, Treppen, Tore, Bänke und Plätze erscheinen als klar umrissene, nahezu archetypische Körper. Besonders die frühen Arbeiten aus Beton besitzen eine eigentümliche Schwere und Geschlossenheit: Fenster werden zu Rastern, Dächer zu einfachen Abschlüssen, Treppen zu rhythmischen Einschnitten in einen kompakten Körper. Kiecol interessiert dabei nicht die Architektur als funktionales Gebilde, sondern ihre grundlegende Bedeutung als Ort des Aufenthalts, der Ordnung und des Schutzes. Durch die konsequente Vereinfachung verlieren seine Häuser ihre individuelle Identität und werden zu Vorstellungen von Haus schlechthin. Gerade diese Verknappung erzeugt eine eigentümliche Spannung zwischen Vertrautheit und Fremdheit. Die Skulpturen erinnern an etwas Bekanntes, entziehen sich aber einer konkreten Zuordnung.Kiecols Werk entwickelt sich dabei konsequent aus der Reaktion auf die jeweils vorhergehende Arbeit. Aus den massiven Betonkörpern entstehen zunehmend leichtere, offenere Konstruktionen aus Stahl und Glas; aus dem einzelnen Haus werden Ensembles, Plätze, Gärten und urbane Situationen. Auch seine Arbeiten im öffentlichen Raum greifen diese Grundformen auf und setzen sie in Beziehung zu ihrer architektonischen Umgebung. Rheinwein etwa zitiert mit seinen schwarzen Rahmenelementen die Fenstermotive der benachbarten Architektur und schafft so eine Verbindung zwischen Gebäude und Skulpturenpark. Trotz dieser Erweiterung bleibt Kiecol seiner grundlegenden Methode treu: Alles Überflüssige wird entfernt, bis nur noch Struktur, Maß, Material und Raum übrig bleiben. Gerade daraus entsteht die besondere poetische Qualität seiner Arbeiten. Sie sind konkret und körperlich, verweisen zugleich aber auf etwas, das über ihre materielle Form hinausgeht – auf Behausung, Erinnerung, Ordnung und die menschliche Vorstellung vom Raum als Ort des Daseins. Seine Skulptur wird damit nicht zum Abbild von Architektur, sondern zu einer eigenständigen, stillen Form von Architektur im Denken.Zitat nach: Hubert Kiecol, Text zur eigenen künstlerischen Arbeit, dokumentiert im Ausstellungskatalog Hubert Kiecol - Luxor, herausgegeben von Fabrice Hergott, 2024/2025