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Heinz Mack
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"Ohne Licht ist die Materie nicht sichtbar, und ohne Raum ist die Materie nicht existent."- Heinz MackHeinz Mack (*1931 in Lollar) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Nachkriegsavantgarde und zu den zentralen Protagonisten der Düsseldorfer ZERO-Bewegung. Von 1950 bis 1953 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und anschließend Philosophie an der Universität zu Köln, wo er 1956 sein Staatsexamen ablegte. 1957 gründete er gemeinsam mit Otto Piene in Düsseldorf ZERO, aus deren Umfeld sich eine internationale Bewegung entwickelte, die den traditionellen Kunstbegriff radikal erweitern sollte. 1961 stieß Günther Uecker hinzu. Mack war an der documenta II und III beteiligt und vertrat Deutschland 1970 auf der Biennale in Venedig. 2015 wurde er zum Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf gewählt. Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.Im Zentrum seines Werkes steht das Licht als eigenständiges bildnerisches Material. Bereits in den frühen Rasterbildern und Lichtreliefs löst Mack die geschlossene Bildfläche zugunsten von Rhythmus, Reflexion und Veränderung auf. Poliertes Aluminium, geriffelte Oberflächen, Spiegel und bewegliche Rotoren reagieren auf den jeweiligen Lichteinfall und verändern dadurch fortwährend ihre Erscheinung. Die Arbeit besitzt keine endgültig fixierte Bildidentität; sie entsteht immer neu aus dem Zusammenspiel von Material, Licht, Raum und dem Standort des Betrachters. Damit verschiebt Mack die traditionelle Aufgabe der Malerei: Nicht mehr Farbe bildet die Wirklichkeit des Bildes, sondern das Licht selbst wird zum eigentlichen Akteur. Die Kunst wird zunehmend immateriell und öffnet sich zugleich in den realen Raum.Diese Konsequenz führt Mack über die Grenzen des Museums hinaus. Mit dem bereits 1959 konzipierten Sahara-Projekt und den ab 1962 realisierten Jardins artificiels verlagert er seine Experimente mit Licht, Spiegelung und Bewegung in die Wüste. Sand, Himmel, Sonne und Wind werden zu gleichberechtigten Bestandteilen des künstlerischen Prozesses. Später setzt er diese Idee in der Arktis und in großformatigen Arbeiten für den öffentlichen Raum fort. Seine Kunst bewegt sich damit konsequent vom festen Objekt zum offenen Naturereignis: Licht macht Materie sichtbar, verändert ihre Erscheinung und lässt sie zugleich beinahe verschwinden. Gerade in dieser Spannung zwischen Material und Immaterialität liegt die besondere Bedeutung von Macks Werk. Seine Skulpturen und Reliefs sind letztlich weniger Gegenstände als Instrumente des Lichts – und damit Versuche, etwas Flüchtiges, Unfassbares und zugleich Elementares sichtbar werden zu lassen.Zitat nach: Heinz Mack, im Gespräch mit Daniel Birnbaum und Hans-Ulrich Obrist, Das Einfache ist das Komplexe, in: Heinz Mack. Licht - Raum - Farbe, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn/Köln 2011, S. 10-29; https://www.zeroabc.de/ (Abrufdatum: 14.09.2026)