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Chiharu Shiota
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* 20. Mai 1972 in der Präfektur Osaka, Japan
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„Thread is like a mirror of my feelings.“- Chiharu ShiotaChiharu Shiota (*1972 in Osaka) zählt zu den international bekanntesten zeitgenössischen Installationskünstlerinnen und lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Nach ihrem Studium an der Kyoto Seika University setzte sie ihre Ausbildung zunächst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und anschließend an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig fort, wo sie bei Marina Abramović studierte. Von 1999 bis 2003 studierte sie an der Universität der Künste Berlin bei Rebecca Horn. Diese Verbindung von Performance, Körper und Raum wurde prägend für ihre weitere Entwicklung. 2000 erhielt Shiota den Dorothea von Stetten-Kunstpreis; 2015 vertrat sie Japan auf der 56. Biennale di Venezia. Ihre Arbeiten wurden seither weltweit in bedeutenden Museen und Ausstellungshäusern gezeigt, darunter das Mori Art Museum in Tokio, der Gropius Bau in Berlin, das ZKM Karlsruhe und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.Im Zentrum ihres Werkes stehen Erinnerung, Identität, Verlust und menschliche Verbindung. Seit den 1990er Jahren entwickelt Shiota raumgreifende Installationen aus roten, schwarzen oder weißen Fäden, die ganze Räume überziehen und Alltagsgegenstände wie Schuhe, Koffer, Betten, Kleider, Schlüssel oder Stühle einschließen. Die Dinge werden dabei nicht einfach verborgen, sondern durch das Fadengeflecht in ein komplexes Beziehungsnetz eingebunden. Der Faden wird zum Sinnbild für Erinnerung und Bewusstsein, aber auch für Zeit, Schicksal und die Verbindung zwischen Menschen. In Arbeiten wie The Key in the Hand, mit der sie 2015 den japanischen Pavillon in Venedig bespielte, verbinden sich tausende Schlüssel mit Booten und einem dichten roten Fadennetz – persönliche Gegenstände werden zu Trägern einer universellen Erfahrung von Herkunft, Verlust und Zugehörigkeit.Shiotas besondere Qualität liegt darin, dass sie das Unsichtbare räumlich erfahrbar macht. Ihre Installationen sprechen von Dingen, die sich nicht unmittelbar darstellen lassen: von Erinnerungen, Ängsten, Träumen, Beziehungen und der Abwesenheit eines Menschen. Der Faden besitzt dabei eine paradoxe Funktion – er ist materiell sichtbar und verweist zugleich auf immaterielle Verbindungen. Der Betrachter bleibt nicht außerhalb des Werkes, sondern bewegt sich durch dessen Geflecht und wird damit selbst Teil der Installation. Besonders deutlich wird dies in Uncertain Journey oder Where Are We Going?, wo Boote, Koffer und andere Reiseobjekte von Fäden umspannt werden und Fragen nach Bewegung, Herkunft und Zukunft aufwerfen. Shiota beschreibt ihre ortsspezifischen Arbeiten als jeweils einmalige Situationen: Das gleiche Material erzeugt in jedem Raum eine andere Atmosphäre. So wird aus dem einfachen Faden ein Medium für etwas, das sich eigentlich nicht festhalten lässt – Erinnerung, Zeit und die Präsenz des Abwesenden.Zitat nach: https://www.composition.gallery/DE/kunstler/chiharu-shiota/ (Abrufdatum: 15.09.2026)