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Brigitte Waldach
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"Wenn ich lese, sehe ich Bilder, und wenn ich zeichne, sehe ich Texte. Ich kann keinen Bereich ohne den anderen denken."- Brigitte WaldachBrigitte Waldach (*1966 in Berlin) verbindet in ihrem Werk Zeichnung, Literatur und gesellschaftliche Fragestellungen zu einer eigenständigen visuellen Sprache. Nach einem Studium der Germanistik sowie der Kunstpädagogik und Kunsttheorie studierte sie von 1996 bis 1999 Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Georg Baselitz und wurde 2000 seine Meisterschülerin. Ein DAAD-Stipendium führte sie anschließend nach New York. Seitdem hat Waldach ihre Arbeiten international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert und war unter anderem in der Berlinischen Galerie, im Museum Kunstpalast Düsseldorf, im Museum Marta Herford und im Kunstmuseum Stavanger vertreten. 2020 erhielt sie den Marta-Preis der Wemhöner-Stiftung. Waldach lebt und arbeitet in Berlin.Im Zentrum ihres Werkes steht die Zeichnung als Denk- und Wahrnehmungsraum. Waldach arbeitet mit Bleistift, Gouache und Pigmentstiften, vor allem aber mit Sprache: Literarische und philosophische Texte von Autoren wie Hannah Arendt, Heiner Müller, Walter Benjamin oder David Foster Wallace werden fragmentiert, verändert und in ihre Zeichnungen eingeschrieben. Die Wörter funktionieren dabei nicht nur als Bedeutungsträger, sondern zugleich als Linien und grafische Strukturen. Schrift kann sich zu wolkenartigen Gebilden, Landschaften oder Figuren verdichten, während Leerstellen ebenso wichtig werden wie das Gezeichnete. Inhaltlich kreist Waldachs Werk um existenzielle und gesellschaftlich aufgeladene Themen wie Macht, Gewalt, Angst, Liebe, Religion und politische Ideologien. Dabei interessiert sie weniger die Illustration eines konkreten Ereignisses als die Frage, wie Geschichte, Erinnerung und individuelle Wahrnehmung miteinander verbunden sind.Seit 2007 erweitert Waldach diese Verbindung von Text und Bild in ihren Raumzeichnungen in die dritte Dimension. Rote, schwarze oder weiße Gummibänder werden zu Linien, die sich durch den Ausstellungsraum spannen und Zeichnung unmittelbar körperlich erfahrbar machen. Der Betrachter bewegt sich durch ein Geflecht aus Sprache, Linie, Klang und Raum und verändert dadurch fortwährend seine eigene Perspektive. In Arbeiten wie Existenz, Reflex Love oder Brain Box – Ideology wird die Zeichnung so zu einer begehbaren Denkstruktur. Besonders eindrücklich zeigt sich Waldachs Methode auch in ihrem Wald-Polyptychon von 2012, in dem literarische Zitate den Wald nicht beschreiben, sondern ihn aus Worten geradezu entstehen lassen. Ihre Kunst bewegt sich damit an einer Schnittstelle von Bild und Text, Sichtbarem und Gedachtem: Sie macht nicht nur Geschichten sichtbar, sondern untersucht, wie Sprache überhaupt Bilder und innere Räume erzeugt.Zitat nach: https://kunst-und-natur.de/stiftung/ueber-uns/kunstsammlung/kuenstler/waldach-brigitte (Abrufdatum: 14.09.2026)