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Bernhard Fuchs
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* 23. Dezember 1959 in Regensburg; † 5. Februar 2014
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"Dieser Zustand, erneut ein Schauender zu werden, ist eine wiederkehrende Erfahrung eines Gegenübers, die das Gesehene groß werden lässt."- Bernhard FuchsBernhard Fuchs (*1971 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich) gehört zur jüngeren Generation der Düsseldorfer Fotoschule. Von 1993 bis 1997 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1994 in der Fotoklasse von Bernd Becher. Anschließend wechselte er an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1997 bis 1999 bei Timm Rautert studierte und sein Aufbaustudium als Meisterschüler abschloss. Die Verbindung dieser beiden fotografischen Schulen – der systematisch-präzise Blick Bechers und Rauterts stärker dokumentarisch und gesellschaftlich orientierte Fotografie – bildet einen wichtigen Hintergrund für Fuchs’ eigene Position. Anders als viele seiner Düsseldorfer Weggefährten richtet er seinen Blick jedoch nicht auf die großen Zentren und globalen Räume, sondern immer wieder auf die Gegend, aus der er stammt. Fuchs lebt und arbeitet in Düsseldorf.Im Zentrum seines Werkes steht die aufmerksame Betrachtung des Vertrauten. Seine frühen Porträts zeigen Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung, vor allem im ländlichen Mühlviertel: frontal, ohne auffällige Inszenierung und mit großer formaler Ruhe. Später entstanden Serien über Autos, Straßen und Wege, Höfe und schließlich Wälder. Fuchs fotografiert dabei keine spektakulären Landschaften, sondern Orte, die durch wiederholtes Sehen ihre Bedeutung gewinnen. Ein Feldweg, ein Waldstück oder ein Bauernhof wird nicht zum Symbol für etwas anderes, sondern bleibt zunächst ganz bei sich. Gerade durch diese Zurückhaltung entsteht eine besondere Emotionalität. Licht, Wetter, Jahreszeiten und kleine Veränderungen der Oberfläche werden zu bildbestimmenden Elementen. Das Unspektakuläre wird bei Fuchs nicht aufgewertet – es wird so aufmerksam betrachtet, dass seine eigene Schönheit sichtbar wird.Fuchs’ Werk ist dabei eng mit seiner persönlichen Herkunft verbunden. Obwohl er seit seinem Studium in Düsseldorf lebt, kehrt er regelmäßig ins Mühlviertel zurück und arbeitet dort über lange Zeiträume hinweg. In Waldungen richtet sich sein Blick auf die Wälder dieser Region, während die jüngere Serie Heustock den Innenräumen und Konstruktionen traditioneller Heustöcke gewidmet ist. Auch hier verbindet sich dokumentarische Genauigkeit mit etwas ausgesprochen Persönlichem: Die Bilder erzählen von einem konkreten Ort und zugleich von Erinnerung, Zeit und der Erfahrung, einen vertrauten Raum immer wieder neu zu sehen. 2017 erhielt Fuchs den Österreichischen Kunstpreis für Künstlerische Fotografie. Seine Fotografien befinden sich heute unter anderem in der Albertina Wien, im Museum Ludwig Köln, im Museum Folkwang Essen und im Lentos Kunstmuseum Linz. Mit Heustock hat er seine langjährige Beschäftigung mit der Herkunftslandschaft zuletzt um eine weitere, stille Form des Erinnerns erweitert.Zitat nach: https://www.quart.at/bibliothek/alle_ausgaben/nr_37_21/content711 (Abrufdatum: 11.09.2026)