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Andreas Gursky
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* 15. Januar 1955 in Leipzig
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"Die Fotografie erlaubt mir, eine Realität wiederzugeben, die man so gar nicht wahrnehmen kann."- Andreas GurskyAndreas Gursky (*1955 in Leipzig) gehört zu den international prägenden Fotografen seiner Generation und zu den bedeutendsten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule. Nach seinem Studium der visuellen Kommunikation an der Folkwangschule in Essen bei Michael Schmidt wechselte er 1980 an die Kunstakademie Düsseldorf und studierte dort bei Bernd und Hilla Becher; 1985 wurde er Meisterschüler Bernd Bechers. Die sachliche Präzision der Bechers und deren systematischer Blick auf die sichtbare Welt wurden für Gursky zu einem wichtigen Ausgangspunkt – allerdings entwickelte er daraus schon früh eine eigene, zunehmend subjektive Bildsprache. Von 2010 bis 2018 kehrte er selbst als Professor für Freie Kunst an die Düsseldorfer Akademie zurück. Damit schließt sich eine bemerkenswerte Lehrerlinie: Aus dem Schüler der Bechers wurde selbst ein Lehrer einer neuen Generation von Künstlerinnen und Künstlern.Im Zentrum von Gurskys Werk steht der Blick auf die Welt aus großer Distanz. Börsen, Fabrikhallen, Flughäfen, Hochhäuser, Konzerte, Landschaften oder Menschenmengen erscheinen aus erhöhten Perspektiven und verwandeln sich in komplexe Systeme aus Farbe, Struktur und Wiederholung. Einzelne Personen verlieren dabei ihre individuelle Größe, verschwinden aber nie vollständig: Sie werden Teil eines größeren sozialen Gefüges. Seit den 1990er Jahren bearbeitet Gursky seine Aufnahmen digital und fügt verschiedene fotografische Ansichten zu Bildern zusammen, die es in dieser Form vor der Kamera nicht gegeben hat. Rhein II, 99 Cent, Paris Montparnasse oder Amazon zeigen diese Entwicklung besonders deutlich. Seine Fotografien bleiben an der sichtbaren Welt orientiert und sind zugleich bewusst konstruiert – Dokument und Komposition, Wirklichkeit und Erfindung zugleich. Gursky selbst beschreibt die digitale Bearbeitung nicht als Abkehr von der Fotografie, sondern als Möglichkeit, eine Realität sichtbar zu machen, die mit bloßem Auge nicht zu erfassen ist.Gurskys Werk hat die Fotografie seit den 1980er Jahren nachhaltig verändert. 1990 nahm er an der Biennale von Venedig teil, 1999 wurde Rhein II zu einem seiner bekanntesten Werke, und 2001 widmete ihm das Museum of Modern Art in New York eine umfassende Retrospektive. Seine Fotografien befinden sich heute in den wichtigsten internationalen Sammlungen und wurden weltweit ausgestellt. Trotz ihrer enormen Größe und technischen Komplexität gehen seine Bilder immer von einer konkreten Beobachtung aus: einem Ort, einer Menschenmenge, einer Landschaft, einem Moment. Aus diesem Ausgangspunkt entwickelt Gursky Bilder, die weit über das einzelne Motiv hinausweisen und die Welt als ein Gefüge aus Menschen, Waren, Informationen und Bewegungen sichtbar machen. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.Zitat nach: Andreas Gursky im Gespräch mit Jean-François Chevrier, Le Monde, 2022; https://www.lemonde.fr/archives/article/2002/02/22/andreas-gursky-le-grand-spectacle-de-la-banalite_4212945_1819218.html (Abrufdatum: 11.09.2026)