„Meine Bilder sind Mit-Teilungs-Tafeln poetischer Art. Sie sind selbstgestrickt und daher für alle die anderen Betrachter grundsätzlich produktiv aufdröselbar. Sie sollen an-, auf- und abregen. Erzeugen die Bilder ein ermutigendes Lächeln, eine festigende Er-Innerung aufgebrachter Gemütserfahrungen oder ein abschätziges Kopfschütteln ob eines vermeintlichen Naivitätsangriffs, ist viel erreicht. Ich verdichte weiter frohen Mutes die Weltverständigung via Bildpoesie, bis ich die Zeit gekriegt habe oder sie mich.“
– Peter Bömmels
Peter Bömmels (*1951 in Frauenberg bei Euskirchen) gehört zu den prägenden Vertretern der Kölner Malerei der 1980er-Jahre. Anders als viele seiner Weggefährten studierte er nicht an der Kunstakademie Düsseldorf, sondern von 1970 bis 1976 Soziologie, Politik und Pädagogik an der Universität zu Köln. Seine Verbindung zur Düsseldorfer Akademie entstand vielmehr über Walter Dahn und Jiří Georg Dokoupil, die dort bei Joseph Beuys studiert hatten und 1979 nach Köln kamen. Gemeinsam mit Dahn, Dokoupil, Hans Peter Adamski, Gerard Kever und Gerhard Naschberger bildete Bömmels die Künstlergruppe Mülheimer Freiheit. Die Gruppe teilte sich ein Atelier in der gleichnamigen Kölner Straße und entwickelte dort eine bewusst unakademische, spontane Form der Malerei.
Bömmels‘ Bilder sind von einer eigentümlichen Mischung aus Fantasie, Witz und Verstörung geprägt. Auf großformatigen Leinwänden entstehen zeichenhafte, oft surreal anmutende Bildwelten, in denen Figuren, Landschaften und rätselhafte Gebilde miteinander verschmelzen. Dabei geht es ihm weniger um eine geschlossene Bildlogik als um die Freiheit des Einfalls. Die Mülheimer Freiheit verstand sich ausdrücklich nicht als festes Programm; gerade das gemeinsame Arbeiten, Zeichnen, Diskutieren und gegenseitige Überbieten an absurden Ideen wurde zum Motor ihrer Kunst. Bömmels überführte diese Haltung in eine Malerei, die sich jeder eindeutigen Interpretation entzieht und ihre Energie gerade aus dem Unfertigen und Widersprüchlichen gewinnt.
1983 erhielt Bömmels den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst. Neben seiner künstlerischen Arbeit lehrte er unter anderem an den Hochschulen für Bildende Künste in Hamburg, Berlin, Braunschweig und Dresden; von 2004 bis 2018 war er Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sein Werk steht damit für eine Generation, die die Malerei aus dem Geist des Unbekümmerten neu erfand – und gerade dadurch zu einer wichtigen Position der deutschen Kunst der 1980er-Jahre wurde.