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Axel Hütte
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"Für jedes Thema muss man den spezifischen Blick finden."- Axel HütteAxel Hütte (*1951 in Essen) gehört zur ersten Generation der sogenannten Düsseldorfer Fotoschule. Von 1973 bis 1981 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf – zunächst in der Filmklasse, bevor er zu Bernd und Hilla Becher in die Klasse für künstlerische Fotografie wechselte und Meisterschüler Bernd Bechers wurde. Gemeinsam mit Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth gehörte er zu jener Generation, die aus der sachlich-distanzierten Fotografie der Bechers eine eigenständige und international wirksame Bildsprache entwickelte. Für Hütte war die Lehre dabei weniger eine stilistische Vorgabe als eine Methode des genauen Sehens: Becher vermittelte, wie wichtig konsequentes Arbeiten und das vergleichende Beobachten verschiedener Varianten eines Themas sind. Hütte lebt und arbeitet in Düsseldorf.Im Zentrum von Hüttes Werk steht der Blick auf Räume, die zugleich real und rätselhaft erscheinen. Seine frühen Fotografien zeigen Straßen, Treppenhäuser, U-Bahn-Stationen und öffentliche Räume, häufig menschenleer und aus einer nüchternen Distanz. Später wandte er sich verstärkt Landschaften und nächtlichen Stadtansichten zu. In der Serie As Dark As Light werden Städte zu einem Geflecht aus Lichtpunkten, Konturen und tiefen Schatten; in seinen Landschaftsbildern lösen Nebel, Dunkelheit und ungewöhnliche Perspektiven die vertraute Orientierung zunehmend auf. Hütte interessiert dabei nicht allein das, was vor der Kamera sichtbar ist, sondern ebenso das, was sich unserem Blick entzieht. Die Fotografie wird zum Übergang zwischen Wahrnehmung und Vorstellung – zwischen dem konkreten Ort und den Bildern, Erinnerungen oder Träumen, die wir mit ihm verbinden.Hüttes Werk hat sich seit den 1980er Jahren immer wieder neue Räume erschlossen, ohne seine konzentrierte, präzise Bildauffassung aufzugeben. 1982 erhielt er ein DAAD-Stipendium für London, 1985 das Stipendium des Deutschen Studienzentrums in Venedig und 1986 bis 1988 das Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium; 1993 wurde ihm der Hermann-Claasen-Preis für kreative Fotografie verliehen. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen. Dabei hat sich Hütte immer weiter von einer rein dokumentarischen Fotografie entfernt, ohne die Wirklichkeit als Ausgangspunkt aufzugeben. Seine Bilder machen das Vertraute fremd und das Fremde vertraut – und lassen gerade dort Raum für Imagination, wo die Fotografie eigentlich maximale Präzision verspricht.Zitat nach: Axel Hütte im Gespräch mit İpek Çınar, Landscape Is The Perfect Topic To Fail, Borusan Contemporary, 14. Januar 2021