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Barbara Schmidt
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"Am Anfang meiner Arbeit stehen die Kamera und das Licht, dann der erste Gegenstand und alles Übrige 'wächst' darum herum, bis das Bild fertig ist."- Barbara SchmidtBarbara Schmidt (*1982 in Weilburg) studierte von 2006 bis 2012 Freie Kunst und Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium mit dem Akademiebrief ab. Nach einer ersten Station in der Fotoklasse arbeitete sie bei Christopher Williams und später bei Thomas Grünfeld. Diese unterschiedlichen künstlerischen Ansätze – die präzise Reflexion fotografischer Bilder bei Williams und die spielerische Arbeit mit Objekten und Bedeutungsverschiebungen bei Grünfeld – bilden einen interessanten Hintergrund für Schmidts eigene Position. Bereits während ihres Studiums begann sie 2008 mit jener Werkgruppe, die ihre Arbeit bis heute prägt: fotografisch inszenierte Landschaften und Stillleben aus gesammelten Materialien.Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Erfindung einer Natur, die zugleich vollkommen künstlich und erstaunlich glaubwürdig erscheint. Schmidt sammelt auf Spaziergängen Pflanzenteile, Federn, Insektenflügel, Steine, Sand, Schneckenhäuser, Eierschalen oder rostige Metallstücke und bewahrt sie nach Farbe, Form und Material geordnet in ihrem Atelier auf. Vor der Kamera fügt sie diese Fundstücke zu kleinen Landschaften zusammen: Wälder, Flussauen, Unterwasserwelten oder fremdartige Biotope entstehen aus wenigen, sorgfältig gesetzten Elementen. Erst wenn die Komposition fotografiert ist, werden die Einzelteile wieder auseinandergenommen. Das fertige Bild bewahrt damit etwas, das in Wirklichkeit nie existiert hat. Gerade darin liegt die eigentümliche Spannung ihrer Arbeiten: Sie zeigen eine Natur, die erfunden ist – und wirken dennoch wie Erinnerungen an einen Ort, den man irgendwo schon einmal gesehen haben könnte.Schmidts Fotografien bewegen sich dabei bewusst zwischen Wirklichkeit und Illusion. Licht, Schärfe und Perspektive sind so präzise eingesetzt, dass die kleinen Arrangements ihre tatsächliche Größe und Materialität vergessen lassen. Äste werden zu Wäldern, Pflanzenteile zu exotischen Gewächsen, Insektenflügel zu fremdartigen Lebewesen. In ihren quadratischen Naturaufnahmen wiederum richtet sich der Blick unmittelbar auf Gräser, Blätter und Geäst, deren Strukturen durch Unschärfe, Licht und Farbverschiebungen beinahe abstrakt werden. 2019 erhielt Schmidt den Publikumspreis der Internationalen Bergischen Kunstausstellung im Kunstmuseum Solingen; ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in der WGZ Bank Kunstsammlung Düsseldorf und der Sammlung der National-Bank Essen. Sie lebt und arbeitet in Hessen.Zitat nach: Barbara Schmidt, Künstlerinnenstatement im Ausstellungskatalog zu paradise lost, Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf, 2019