„Nirgends sah ich so wie bei Beuys, dass das Zeichnen eines der Ur-Instrumente ist, die Welt zu erfragen und zugleich die eigene Welt zur Anschauung zu bringen.“
– Paco Knöller
Paco Knöller (*1950 in Obermarchtal) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Die Begegnung mit Beuys wurde für seine Auffassung von Zeichnung entscheidend. Zeichnen bedeutet bei Knöller nicht lediglich, etwas sichtbar zu machen; es wird zu einer Methode, die Welt zu befragen. Damit steht seine Arbeit in einer unmittelbaren Linie der Düsseldorfer Beuys-Klasse, deren Kunstbegriff weit über die traditionelle Vorstellung vom fertigen Werk hinausreichte.
Knöllers Zeichnungen und Gemälde entstehen aus tiefen, häufig dunklen Farbräumen. Organische Formen, Landschaftsassoziationen und körperhafte Strukturen tauchen auf, verschwinden wieder und lassen sich nie ganz festlegen. Farbe, Linie und Fläche werden übereinandergelegt und teilweise wieder entfernt, sodass die Oberfläche die Spuren ihrer eigenen Entstehung bewahrt. Seine Bilder wirken dadurch zugleich archaisch und gegenwärtig – wie Landschaften des Inneren, die sich einer eindeutigen Beschreibung entziehen.
Knöller lebt und arbeitet in Berlin. Sein Werk wurde in zahlreichen institutionellen Ausstellungen gezeigt.