Hohlspiegellinse - Adolf Luther VG Bild-Kunst, Bonn, 2025, Mick Vincenz, Essen

Hohlspiegellinse

„Die Wahrheit steckt nicht in der Übereinstimmung mit der optischen Realität. Es gibt eine Welt hinter diesem Schein, die sich auch darstellen lässt. Ich werde einen Stil erfinden, der es mir ermöglicht, die jenseits der optischen Realität liegenden Wahrheiten darzustellen.“
– Adolf Luther

Adolf Luther (*1912 in Krefeld-Uerdingen; †1990 in Krefeld) nimmt innerhalb der Sammlung eine besondere Stellung ein. Er studierte Jura und arbeitete zunächst als Richter, bevor er sich vollständig der Kunst zuwandte. Eine Schüler-Lehrer-Beziehung zur Kunstakademie Düsseldorf besteht daher nicht. Seine Bedeutung für das Düsseldorfer Kunstumfeld liegt vielmehr in seiner Nähe zur ZERO-Bewegung und in seiner radikalen Beschäftigung mit Licht und Wahrnehmung.

Luther begann mit informeller Malerei und entwickelte daraus eine immer stärker material- und raumbezogene Praxis. Er arbeitete mit Glas, Spiegeln, Linsen und Licht und machte schließlich das Sehen selbst zum Thema. Seine Linsen- und Spiegelobjekte erzeugen Reflexionen, Brechungen und optische Verschiebungen; das Kunstwerk ist damit weniger ein Gegenstand als eine Situation, in der Wahrnehmung in Bewegung gerät. Zwischen 1963 und 1965 nahm Luther an ZERO-Ausstellungen teil und wurde zu einem wichtigen Vertreter einer Kunst, die den traditionellen Bildbegriff hinter sich ließ.

Luther lebte und arbeitete in Krefeld. Seine Nähe zu Düsseldorf und zur ZERO-Bewegung macht ihn zu einem wichtigen Bezugspunkt für die Geschichte der rheinischen Avantgarde, auch wenn er selbst kein Akademieschüler war.

Zitat nach: https://www.adolf-luther-stiftung.com/adolf-luther/biografie/ (Abrufdatum: 31.08.2026)

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