„Ich grübele nicht über den Stoff, sondern ich erfahre ihn durch das Malen.
– Dieter Krieg
Dieter Krieg (*1937 in Lindau; †2005 bei Köln) studierte an der Kunstakademie Karlsruhe bei HAP Grieshaber und Herbert Kitzel. 1978 wurde er Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und prägte dort eine Generation von Malern. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Axel Brandt und Cornelius Völker. Damit nimmt Krieg innerhalb unseres Künstlernetzwerks eine zentrale Position ein: Er ist nicht nur selbst eine wichtige Figur der Düsseldorfer Malerei, sondern zugleich Lehrer einer nachfolgenden Generation.
Krieg machte aus dem Alltäglichen ein malerisches Ereignis. Kerzen, Blumen, Körper, Schleifen oder einzelne Wörter erscheinen riesenhaft vergrößert auf der Leinwand. Ihre Vertrautheit geht dabei verloren. Farbe wird aufgetragen, verschoben, verdichtet und wieder zurückgenommen; das Motiv dient weniger der Darstellung als dem Widerstand, an dem sich die Malerei erprobt. Gerade diese körperliche Unmittelbarkeit macht Kriegs Bilder so eindringlich: Sie wollen nicht nur gesehen, sondern beinahe körperlich erfahren werden.
Bis zu seiner Emeritierung lehrte Krieg an der Düsseldorfer Akademie. Seine Klasse und seine Malerei wirkten weit über seine eigene Generation hinaus. Die Kunstakademie widmete ihm später eine umfassende Ausstellung innerhalb ihrer „Neuen Sammlung“.